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Überlässt ein Dritter einem Fußballverein seine Arbeitnehmer zum Einsatz als Fußballspieler, Trainer oder Betreuer, ohne dafür eine übliche Vergütung zu erhalten, liegt im Vergütungsverzicht eine freigebige Zuwendung des Dritten an den Verein. Dies hat der BFH für den Verzicht eines Sponsors zugunsten eines Fußballvereins entschieden und den Verein als schenkungsteuerpflichtig angesehen.

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Sachverhalt

Der Sponsor des Fußballvereins stellte Spieler, Trainer und Betreuer bei sich als kaufmännische Angestellte oder Repräsentanten ein und bezahlte sie. Die Spieler/Trainer/Betreuer arbeiteten aber nicht für den Sponsor, sondern spielten Fußball für den Verein. Der Sponsor erhielt für die Überlassung der Athleten kein Entgelt von dem Verein. Das FA erhob auf die Lohnzahlungen des Sponsors an die Athleten vom Verein Schenkungsteuer.

Die hiergegen gerichtete Klage des Vereins hatte vor dem FG keinen Erfolg.

Entscheidung

Der BFH teilte im Ergebnis die Auffassung, dass für die unentgeltliche Überlassung der Fußballspieler durch den Sponsor an den Verein Schenkungsteuer anfällt. Denn eine Arbeitnehmerüberlassung erfolgt in der Regel nur gegen ein angemessenes Entgelt.

Sind sich die Beteiligten einig, dass die Spieler zwar bei dem Dritten angestellt und von diesem bezahlt werden, tatsächlich aber ausschließlich Fußball für den Verein spielen und der Verein dem Dritten für die Überlassung keine angemessene Vergütung zahlt, liegt in dem Verzicht des Dritten auf die angemessene Vergütung eine Schenkung an den Fußballverein.

Praxishinweis

Das Urteil erging primär zum Fußball, ist aber wohl auch für viele andere (Profi-)Sportarten wie Boxen, Skisport, Eishockey usw. von Bedeutung.

Fundstelle
BFH 30.8.17, II R 46/15



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