AfA-Bemessungsgrundlagen nach Einlage ins Betriebsvermögen

Werden bewegliche Wirtschaftsgüter oder Gebäude nach einer Verwendung zur Erzielung von Überschusseinkünften ins Betriebsvermögen eingelegt, ist eine vom Einlagewert nach § 6 Abs. 1 Nr. 5 EStG abweichende AfA-Bemessungsgrundlage zu ermitteln.

Hierbei hatte sich der BFH zu einer von der Verwaltungsauffassung abweichenden Regelung entschieden, wodurch insgesamt kein AfA-Volumen verloren geht, aber auch keines doppelt berücksichtigt wird.

BMF 27.10.10, IV C 3 - S 2190/09/10007
BFH 17.3.10, X R 34/09, BFH/NV 10, 1625; 18.8.09, X R 40/06, BFH/NV 10, 283; 28.10.09, VIII R 46/07, BFH/NV 10, 977

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Deshalb sind die bisherigen AfA-Beträge grundsätzlich vom Einlagewert und nicht mehr von den ehemaligen historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzusetzen.

Hierzu zählen die normale und erhöhte AfA sowie Sonderabschreibungen.

  • Diese Rechtsprechung setzt das BMF nun um. Danach bemisst sich die AfA-Bemessungsgrundlage abweichend von R 7.3 Abs. 6 S. 1 und 2 EStR. Berücksichtigt wird auch § 7 Abs. 1 S. 5 EStG, der durch das Jahressteuergesetz 2010 eingeführt wurde. Dabei ist zwischen vier verschiedenen Rechenmethoden zu unterscheiden, die im BMF-Schreiben jeweils mit einem Rechenbeispiel als Fallgruppe dargestellt werden.
  • Ist der Einlagewert höher als die historischen und höher als die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten, berechnet sich die AfA nach dem Teilwert zum Zeitpunkt der Einlage abzüglich der bereits in Anspruch genommenen AfA-Beträge im Privatbereich. Auf die verbleibende Differenz zwischen Teilwert und geminderter AfA-Bemessungsgrundlage darf keine AfA vorgenommen werden. Dieser Restbuchwert wird erst bei einer Veräußerung gewinnmindernd berücksichtigt.
  • Ist der Einlagewert zwar geringer als die historischen, aber höher als die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten, bemisst sich die AfA nach den fortgeführten Kosten. Vom verbleibenden Restbuchwert darf keine AfA vorgenommen werden, dieser wirkt sich erst bei einem Verkauf mindernd aus.
  • Ist der Einlagewert geringer als die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten, stellt dieser ungeminderte Einlagewert die AfA-Bemessungsgrundlage dar. Das hat im Gegensatz zur bisherigen Regelung den Vorteil, dass die AfA-Bemessungsgrundlage nicht mehr um die bereits vorgenommenen AfA-Beträge gemindert wird. Der von den ursprünglichen Kosten nicht abgeschriebene Betrag, also die Differenz zwischen höherem Buch- und niedrigerem Teilwert bei der Einlage, ist ein unbeachtlicher Wertverlust im Privatvermögen.
  • Ist der Einlagewert nicht nach dem Teilwert, sondern nach den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu bemessen, gilt dieser Betrag gleichzeitig auch als AfA-Bemessungsgrundlage. Dies gilt dann, wenn das Wirtschaftsgut innerhalb von drei Jahren vor der Einlage angeschafft oder hergestellt worden ist. In diesem Fall ergibt sich also keine Differenz zwischen der AfA-Bemessungsgrundlage und dem Bilanzansatz.

Steuer-Tipp

Die Anwendung erfolgt in allen noch offenen Fällen. Sofern der Einlagewert allerdings unter den fortgeführten Kosten aus Alternative 4 liegt, gilt dies erst für Einlagen ab 2011. Der Grund besteht darin, dass diese Regelung erst mit dem Jahressteuergesetz 2010 und dem entsprechenden Anwendungszeitpunkt eingeführt wurde.

Hinweis:
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14.01.2011 | Rubrik: für BUCHHALTER & UNTERNEHMENSBERATER, für UNTERNEHMER | 0 Kommentare

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